Reisetagebuch Flandern 2025

Belgiens „kunstreiche“ Ecke

Von Peter Link

...vom 21. – 27. September 2025

Lüttich, Antwerpen, Gent, Brügge, Ostende, Brüssel, Leuven - für viele Gäste war die Reise in die „kunstreiche“ Ecke Belgiens etwas Neues.

Sonntag, 7:00 Uhr,

KöweCenter, fröhliche Gesichter, ein gut gelaunter Busfahrer Harry, es kann losgehen. Es ist kalt und grau, wen interessierts, wir lassen das schlechte Wetter hier. Über Frankfurt und Köln gings nach Lüttich. Bei der verzwickten Anfahrt zum Hotel werden die Gesichter immer nachdenklicher, „wo sind wir hier gelandet“? Unsere Stadtführer Bruno und Kalle haben das Rätsel schnell gelöst. „Liebe Gäste, Sie sind hier im Ruhrpott von Belgien“. Lüttich war Zentrum der Kohle- und Stahlindustrie und durchlief nach deren Niedergang einen enormen Strukturwandel. Beim Gang durch die Altstadt erfahren wir viel über die bewegte Geschichte von Lüttich. Bischofssitz, Machtzentrum des Hochstifts, Karl der Kühne, Lütticher Revolution, hart umkämpft im 1. und 2. Weltkrieg, Zentrum der Resistance, usw..

Plötzlich, kurz Luft anhalten….., wir stehen vor einer langen steilen Treppe mitten in der Altstadt. 374 Stufen führen hinauf zur Zitadelle. Der Aufstieg bleibt uns erspart, aufatmen. Stattdessen gibt es das Dessert vor dem Abendessen, eine Lütticher Waffel. Fast im Vorbeigehen genießen wir das zuckersüße Gebäck auf der Straße, originell und köstlich. Nach der langen Anfahrt und dem Stadtrundgang – Abendessen, typisch belgisch. Lütticher Frikadellen und…. „Pommes“, wenn nicht in Belgien, wo sonst.

Montag

29 Fahrgäste und Harry der Fahrer, verlassen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung das Hotel. Einer läuft und regelt den Verkehr, anders ging´s nicht. Antwerpen, größte Stadt des Landes, steht auf dem Programm. Im 15. und 16. Jahrhundert eine der größten Städte der Welt, Handelsmetropole, zweitgrößter Containerhafen Europas, Kulturhauptstadt Europas, UNESCO-Welterbe. Viele Gäste kennen Städte wie Wien, Paris, Amsterdam; Antwerpen kommt mit seinen Sehenswürdigkeiten und der Altstadt bei einigen auf die Favoritenliste. Stadtführung und die freie Zeit reichen nicht aus, um alles zu begreifen, da hilft nur wiederkommen.

Wir werden in Gent im Hotel Monasterium, einem ehemaligen Kloster erwartet. Check-in mit kleinen Hindernissen, aber am Schluss musste kein Gast draußen schlafen. Auf zu Fuß, zum Abendessen ins Bier-Central. Der Name lässt nicht auf ein Restaurant schließen? Realität, eine große Portion feinstes Rindergulasch, natürlich mit…..“Pommes“ und zur Wahl: 33 belgische Biere vom Fass, daher der Name!

Dienstag

Stadtrundgang in Gent mit Helga und Daniel. Zweitgrößte Stadt Belgiens, die Stadt für Liebhaber der Gotik und des Mittelalters. Zu Fuß und bei einer humorigen Grachtenfahrt auf den Kanälen der Stadt erleben wir Gent. In der freien Zeit besichtigen noch einige eines der einflussreichsten Gemälde aller Zeiten, den „Genter Altar“.

Mittwoch

Auf nach Brügge! Weltkulturerbe, mittelalterlicher Stadtkern mit bunten Giebelhäusern, historisches Rathaus, Kirchen und ein großer Markt. Im Spätmittelalter war Brügge ein Zentrum der Textilindustrie und des Fernhandels in Europa und zählte zu den reichsten Städten im damaligen Europa. Genau hingehört haben alle bei der Besichtigung der Beginenhöfe. Hier lebten fromme Frauen in Wohn- und Lebensgemeinschaften. Angeblich lebten sie glücklich und gut genährt, weil sie mit Männern keine Probleme und Ärger hatten.

In der Altstadt dann Touristen, Touristen, Touristen, liegt wohl an sehr viel Sehenswertem. Zum Schluss der Tagestour, ein Abstecher an die Nordsee nach Ostende. Die frische Brise Nordseeluft, der breite Sandstrand und die mondänen Hotel- und Appartementanlagen waren die Eindrücke, die wir von dieser Königin der Badeorte mitgenommen haben.

Donnerstag

Wir fahren nach Brüssel in die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Belgien. Die Stadt ist so groß, wir bleiben im Bus sitzen und genießen die Rundfahrt. Keine Freude kam bei Harry auf. Enge Straßen, viel Verkehr, unzählige Baustellen, irreführende oder gar keine Umleitungsbeschilderung, eine echte Herausforderung für den Routinier. Auf der Fahrt zeigt uns Andrea das Atomium, wichtige Orte und Stellen von Brüssel und sie erzählt uns etwas zum Hauptsitz der Europäischen Union, dem Sitz der NATO und von Eurocontrol.

Wann treffen wir Manneken Piss? Zu Fuß beim Stadtrundgang! Klein ist er und ein Kostüm hat er an. Wir erfahren, dass er über 950 Verkleidungen besitzt, es sind Geschenke aus der ganzen Welt. Auf dem Weg zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant war es nicht der Name der Lokalität wie in Gent, sondern das Umfeld, was uns stutzig machte. Wo soll es in diesem Viertel gutes Essen geben? Angekommen im Chez Leon, alle Fragezeichen weg. Tolles Ambiente, freundliches Personal, große Biere und ein schmackhaftes Essen!


Freitag

Letzter Reisetag, Endspurt! Wir fahren in die Universitätsstadt Löwen, sorry Leuven. Ankunft 10:00h, wir starten sofort mit unseren Gästeführern Philippe und Hubert zum Stadtrundgang. Hier wartet, wie auf der gesamten Reise, wieder viel Geschichte auf uns, wir kamen ins Staunen bei so viel Sehenswertem.

Das Thema Brauerei sollte uns zum Abschluss der Tour noch beschäftigen. Wie wird belgisches Bier gebraut, angeblich the „Best of World? Die Brauereibesichtigung und die Erklärungen zum Brauvorgang waren dann doch etwas zu detailliert. Wer in und um Regensburg wohnt, weiß wie Brauen geht. Mit einer Bierprobe und Snacks in der Brauereigaststätte verabschiedete wir uns von Leuven, der Stadt mit dem Sitz des größten Brauereikonzerns der Welt.


Samstag

Es geht nach Hause! Zügig und sicher bringt uns Harry zurück in die Heimat. Wir blicken zurück auf eine geschichtsträchtige Reise, sehenswerte Städte und erlebnisreiche Momente.

Schön wars!

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Zu dieser Reise gibt es auch eine YouTube Bildershow